Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine besteht schon seit geraumer Zeit, doch scheint er in letzter Zeit zu eskalieren. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Preise von Rohstoffen, die aus diesen Ländern exportiert werden. So ist beispielsweise der Preis für Weizen in den letzten Wochen erheblich gestiegen. Als Anleger müssen wir uns dieser Veränderungen bewusst sein und wissen, wie sie sich auf unsere Portfolios auswirken könnten. In diesem Artikel werde ich die Auswirkungen des Konflikts auf die ETFs untersuchen und die möglichen Folgen ermitteln.

Wie wirkt sich der Krieg auf die Märkte aus?

Die Aktienmärkte haben zwar ohne Panik auf die Nachricht vom russischen Einmarsch in der Ukraine reagiert, aber es gab dennoch einige starke Kursausschläge. Der Volatilitätsindex VIX, der als Angstbarometer für den US-Aktienmarkt gilt, sprang kurzzeitig auf fast 38 Punkte. Allerdings hatte er bereits seit Anfang Februar eine steigende Tendenz. Zum Vergleich: Als es vor zwei Jahren im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus zu Unruhen an den Aktienmärkten kam, stieg der VIX Mitte März 2020 auf über 82 Punkte. Im Vergleich dazu haben die Aktienmärkte den Krieg gegen die Ukraine bisher ohne Panik hingenommen.

 

Russland ist eine globale Wirtschaftsmacht, aber sein Anteil an der weltweiten Marktkapitalisierung aller börsennotierten Unternehmen beträgt weniger als ein Prozent. Dieser kleine Prozentsatz erscheint umso größer, wenn man bedenkt, dass auf Russland nur etwa 1,75 Prozent des weltweiten BIP entfallen. Aber natürlich bringt der Krieg Unsicherheit mit sich und wirft Fragen auf. Je nach dem weiteren Verlauf des Konflikts kann die Einschätzung an den Börsen von Tag zu Tag, ja von Stunde zu Stunde variieren und zu neuen Kursausschlägen oder auch zu einer Beruhigung beitragen. Dennoch darf man nicht vergessen, dass Russland ein wichtiger Akteur auf der Weltbühne ist und seine Rolle in der Weltwirtschaft nicht unterschätzt werden sollte.

Einfluss des Konflikts auf die Inflation?

Die Spannungen zwischen Russland und dem Westen nehmen seit Jahren zu und haben mit dem Ausbruch der Kämpfe in der Ukraine einen neuen Höhepunkt erreicht. Das ifo Institut warnte, dass dadurch die Preise für Öl und Gas noch weiter steigen könnten. Die europäischen Länder sind in hohem Maße von Energielieferungen aus Russland abhängig, und jede Unterbrechung könnte sich direkt auf die Geldbörsen der Verbraucher auswirken. Selbst wenn es keine Lieferunterbrechungen gibt, könnten die Inflationsraten höher ausfallen als bisher erwartet. Dies wäre ein schwerer Schlag für die Verbraucher, die bereits mit einer hohen Verschuldung und einem geringen verfügbaren Einkommen zu kämpfen haben.

Der Rohstoff-ETF bietet ein Engagement in einem Korb von Rohstoffen, einschließlich Öl und Gas, Gold und Silber. Der Benchmark-Index des ETF soll ein diversifiziertes Portfolio von Terminkontrakten bieten, die auf Veränderungen der zugrunde liegenden Rohstoffpreise reagieren. Die größte Position im Index ist derzeit ein Gold-Future, der etwa 26 % des Gesamtvolumens ausmacht. Die zweitgrößte Position ist ein Öl-Future, der 22 % des Index ausmacht. Angesichts des derzeitigen politischen und wirtschaftlichen Umfelds gilt Gold als sicherer Hafen und dürfte sich daher in Zeiten von Marktturbulenzen besser entwickeln als andere Rohstoffe. Dies könnte in Zukunft zu einer positiven Performance des Rohstoff-ETFs führen.

Inflationsgebundene Staatsanleihen sind eine Anlageform, die zum Schutz vor den Auswirkungen der Inflation beitragen kann. Diese Anleihen sind an den Preis von Waren und Dienstleistungen gekoppelt, und ihr Wert steigt mit der Inflation. Daher können sie eine Absicherung gegen Inflationsdruck bieten. Der iShares Inflation-Linked Bond ETF ist eine solche Anlage. Dieser ETF setzt sich aus einem Korb von inflationsgebundenen Staatsanleihen aus aller Welt zusammen. Er bietet ein Engagement in einer Vielzahl verschiedener Märkte für inflationsgebundene Anleihen und stellt somit eine diversifizierte Möglichkeit dar, sich vor Inflation zu schützen. Der ETF ist auch Teil des Anlageuniversums unserer nachhaltigen und risikogemanagten Portfolios. Damit bietet er einen zusätzlichen Schutz für die Portfolios unserer Kunden gegen die Auswirkungen der Inflation.

Ruhe bewahren und Markttiming vermeiden

Angst und Gier sind zwei starke Kräfte, die es zu berücksichtigen gilt, wenn man durch Zeiten starker Börsenturbulenzen navigiert. Einerseits wollen Anleger vielleicht ihre Aktien oder andere Wertpapiere schnell verkaufen, um nicht noch mehr Geld zu verlieren – aus Angst, dass es noch schlimmer werden könnte, bevor es wieder besser wird. Gleichzeitig werden sie aber auch von glänzenden Objekten angelockt; sie wollen das, was in einer Branche derzeit verbilligt angeboten wird, nur weil die Preise in den letzten Wochen/Monaten deutlich gefallen sind. Anleger verlieren Geld, wenn sie zu versuchen in Form vom richtigen Timing Aktien zu kaufen und zu verkaufen.

Ruhe zu bewahren und weiterhin klug zu investieren ist der Schlüssel, wenn es zu Marktturbulenzen kommt. In stressigen Zeiten wie diesen verkaufen viele Anleger ihre Anlagen zu schnell, um mit den sich ständig ändernden Kursen Schritt zu halten, die aufgrund eines Ereignisses oder einer Entwicklung bei den Aktien eines Unternehmens rasch schwanken

Eine Studie zu diesem Thema, die speziell für deutsche Aktien zwischen 2011 und 2017 durchgeführt wurde, hat gezeigt, welche Auswirkungen bestimmte Ereignisse nicht nur individuell, sondern auch kollektiv über längere Zeiträume hatten.

Der MSCI World Index, der die wichtigsten Aktienmärkte von 23 Industrieländern abbildet, hat über 20 Jahre eine durchschnittliche jährliche Rendite von 8 % erzielt. Wer jedoch die 10 besten Handelstage oder mehr verpasst hat, konnte nur 5 % pro Jahr erwarten! 30 % bis 50 % fehlen, je nachdem, wie oft und wie lange man die Tage versäumt. Indem wir die Risiken breit streuen und mit vorsichtigen Anlagestrategien wie der Diversifizierung im Laufe der Zeit Vermögen aufbauen, werden unsere Portfolios viel mehr wachsen, als wenn sie in einem einzigen Fonds wären.

Börsencrash wegen Krieg?

Der Börsenkrach von 1929 wird oft als eines der ersten Anzeichen dafür angeführt, dass das wirtschaftliche Pearl Harbor stattgefunden hat. Doch die Geschichte zeigt uns das Gegenteil – sowohl im Zweiten Weltkrieg als auch in Korea stiegen die Aktien an der Wall Street kurz nach diesen Ereignissen deutlich an – insbesondere 1980, als es zwei große Konflikte mit dem Irak gab (der erste unter Saddam Hussein), die nicht zu einer globalen Depression führten, sondern die Aktienwerte weltweit um 10 % erhöhten. Manche Anleger glauben, dass man „Aktien kaufen, wenn sie donnern“, weil man gute Gewinne erzielen kann, auch wenn auf den ersten Blick alles düster aussieht

Fazit

Es hat also den Anschein, dass die Aktienkurse historisch gesehen langfristig nicht durch Kriege oder Konflikte beeinträchtigt wurden. In einigen Fällen sind sie sogar gestiegen. Dies könnte auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen sein, z. B. auf Unternehmen, die durch den Verkauf von Waren und Dienstleistungen an das Militär höhere Gewinne erzielen, oder auf Anleger, die in Zeiten von Marktturbulenzen die Möglichkeit sehen, Aktien mit einem Abschlag zu kaufen.

Daher kann es für Anleger ratsam sein, den Kauf von Aktien in Konfliktzeiten in Betracht zu ziehen, insbesondere wenn sie einen langfristigen Anlagehorizont haben. Dies könnte ihnen helfen, ihre Portfolios vor Inflation und anderen wirtschaftlichen Risiken zu schützen.