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Was sind ETFs und wozu braucht man sie?

ETFs (engl.: Exchange Traded Funds) bezeichnet man als börsengehandelte Fonds, die beispielsweise Aktien oder Anleihen enthalten. Durch ETFs werden die Wertentwicklungen der Indizes abgebildet. Sie werden an der Börse gehandelt, das heißt der Kauf und Verkauf von ETFs ist während der Börsenöffnungszeiten jederzeit möglich. Das Managen der ETFs erfolgt passiv durch ein Computersystem, bei dem einen Index und dessen Wertentwicklung gefolgt wird. ETFs sind passive Investitionen und werden als Geldanlage in verschiedenen Bereichen genutzt.

Arten und Sonderformen der ETFs

Außer den Aktien- oder auch Indizes-  ETFs, gibt es auch noch weitere Arten dieser Fonds In der Branche gibt es beispielsweise Finanzen-, Pharma- oder Technologie-ETFs. Rohstoff ETFs enthalten Gold-, Mineralien-, Wasser-Aktien etc. Aktien, die nur auf einzelne Länder setzen- wie zum Beispiel Russland oder Frankreich- ,werden als spezielle Länder/Regionen ETFs bezeichnet.

Zwei Sonderformen der ETFS sind die sogenannten Short ETFs und Leveraged ETFs (dt.: gehebelt). 

Bei Short ETFs wird die umgekehrte Wertentwicklung des jeweiligen Index durch das Produkt widergespiegelt, also bewegen die ETFs sich gegensätzlich zum Index. Wenn beispielsweise der DAX fällt, steigt der Short ETF. Dadurch wird gegen fallende Märkte kurzfristig abgesichert, aber auf Dauer überwiegend zu Verlusten kommt, da der langfristige Trend deutliche Wertzuwächse verzeichnet.

Prozentuale Veränderungen im Basisindex, die grundlegend zu doppelten prozentualen Veränderungen im ETF führen, werden als Leveraged ETFs bezeichnet. Es wird also überproportional gewonnen als auch verloren. Mit gehebelten ETFs entstehen sowohl die Möglichkeiten  der Rendite Erhöhungen, als auch die Verlustrisiken. Wenn also beispielsweise ein DAX ETF mit einem Hebel von zwei genommen wird, und der DAX um zwei Prozent steigt, profitiert der ETF um vier Prozent. 

Beide Sonderformen sind aber aufgrund ihrer Konstruktion als langfristige Anlageform ungeeignet.

Zwischen zwei ETF-Typen sollte man noch unterscheiden: Physisch-replizierende ETFs und SWAP-basierende ETFs. Der Unterschied liegt darin, dass physisch-replizierende ETFs kaufen alle Aktien, die tatsächlich im Index enthalten sind. Im Gegensatz dazu replizieren SWAP-basierende ETFs einen Index, indem sie ein Tauschgeschäft abschließen, indem sie sich mit dem Kontrahenten Partner durch einen Trägerportfolio von zufällig ausgewählten Aktien besichern..

Vorteile der ETFs

ETFs haben viele verschiedene Vorteile, die sich auf die Zukunft gut auswirken lassen:

  1. Bei ETFs wird mit wenig Geld in viele Wertpapiere investiert, die eine gute Diversifikation ermöglichen. Durch die einfache und übersichtliche Konstruktion entstehen neben den klassischen Ordengebühren und Handelskosten nur wenige Verwaltungskosten dazu. 
  2. Durch die Diversifikation ergibt sich eine Risikostreuung, die das Anlagerisiko minimiert. Damit ist gemeint, dass falls eines der ETFs nicht gut laufen sollte, durch die verschiedenen ETF-Bereiche kein großer Verlust entsteht. 
  3. ETFs sind die kostengünstigsten Anlageinstrumente am Markt. Das sieht man am besten an den wegfallenden Verwaltungsgebühren, da auf das aktive Management verzichtet wird. Dies hängt damit zusammen, dass aufwändige Analysen oder hohe Handelsaktivitäten zur Nachbildung der Indizien überflüssig ist. 
  4. Bei ETFs ist die genaue Zusammensetzung täglich bekannt und wird von den Anbietern durchgeführt. Bei klassischen Investmentfonds sind die Zusammensetzungen oft mit zeitlicher Verzögerung gebunden. Das zeigt wiederum, dass ETFs auch zeitsparender sind. 
  5. ETFs besitzen kein Emittentenrisiko. Das heißt, dass es bei dem Fall einer Insolvenz des ETF-Anbieters keinen Einfluss auf die Wertentwicklung der ETFs  hat, da diese einen Sondervermögen darstellen, die getrennt von dem ETF-Anbieter gehalten werden. 
  6. ETFs sind günstiger als klassische Investmentfonds. Dadurch entsteht ein deutlicher Renditeunterschied im Gegensatz zu anderen Geldanlagemöglichkeiten. 
  7. ETFs sind sehr flexibel und liquide, weil man sie jederzeit an der Börse verhandeln kann.
  8. Die Anlagestrategie ist jederzeit bekannt, sprich transparente Strategie

Nachteile der ETFs

Auch ETFs haben seine Nachteile:

  1. Häufiges Trading- Handeln- kann zur Erhöhung von Kosten führen und verringert somit die Rendite.
  2. Ein Nachteil,der nur bei SWAP-ETFs also Tauschgeschäften zutrifft,  ist das Kontrahentenrisiko. Die Verluste entstehen durch das Insolvent gehen des Geschäftspartners, da die Gegenleistung nicht ausgezahlt werden kann.
  3. ein systematisches Risiko ist das Verstärken einer möglichen globalen Finanzkrise. Damit ist gemeint, dass beispielsweise viele Anleger ihren Umsatz in Bargeld zurückverlangen. Somit kommt es zu einer Kettenreaktion. Die fallenden Kurse bringen die Anleger in Panik, was zum Verkauf der ETFs führt. Die Liquidität, die der Anbieter verschaffen muss, löst eine neue Verkaufswelle der ETFs aus, die die Kurse weiterhin fallen lassen. Dieses Problem gibt es aber bei so gut wie allen Fonds.

 

Die Nachteile der ETFs sind sehr umstritten, da viele Kritiker der Meinung sind, dass Nachteile und Risiken bewusst nicht veröffentlicht werden. Die Informationen zu den Nachteilen sehen sie nicht als „wirkliche“ Risiken, sondern nur als Verblendung. Auch wenn es überwiegend Vorteile hat, sagen viele Ausgebildete, dass man sich professionell beraten lassen sollte.